EIN PROJEKT DER SIGMUND FREUD PRIVATUNIVERSITÄT

Die Österreichische Psychologie im Nationalsozialismus

In den letzten Jahrzehnten berichteten eine Reihe von Studien über die Rolle und Funktion der deutschen Psychologie zur Zeit des Nationalsozialismus. Was sich zwischen 1938 und 1945 in der Psychologie der Ostmark” vollzog, fiel jedoch lange der Vergessenheit anheim.

Über das Archiv

Zur Geschichte der österreichischen Psychologie im Nationalsozialismus

Der Großteil historischer Untersuchungen zur  Geschichte der österreichischen Psychologie in der Zeit des Nationalsozialismus liegt bis heute nur in Form verstreuter und oft nur mehr schwer zugänglicher Einzelfalluntersuchungen vor. Viele Aspekte der akademischen und berufspraktischen Entwicklung des Faches sind bis heute unbekannt.

Ein Grund für diese Forschungslücke ist das bis in die 1980er Jahre dominierende Narrativ von der Psychologie als „Opfer“ der nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. Tatsächlich erfuhr die Psychologie durch die Vertreibung und Verfolgung jüdischer und politisch missliebiger Fachvertreter schwere Verluste. Sie erfuhr aber auch einen Professionalisierungsschub durch die Einführung der Diplomprüfungsordnung im Jahr 1941 und die Schaffung neuer Stellen für Psychologinnen und Psychologen im Militär, der Industrie und dem Erziehungs- und Fürsorgesystem.

Das Archiv beleuchtet die Zusammenhänge dieser Entwicklungen nach dem "Anschluss" und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs für die Psychologie in Österreich bis zur sogenannten "Entnazifizierung" der Universitäten nach dem Krieg . Als "lebendiges" und wachsendes Archiv sollen in Zukunft laufend Beiträge und Studien zur Thematik ergänzt werden.

Die Autoren

Gerhard Benetka schreibt über den Spiegelgrund und die Vertreibung jüdischer Psycholog:innen.

Martin Wieser ist Assistenzprofessor für Theorie & Geschichte der Psychologie an der SFU Berlin. Seit 2020 ist er Projektleiter des Nachfolgeprojekts „Theorie, Praxis und Konsequenzen der "Operativen Psychologie“.

Artikel

Hubert Rohracher

Eine turbulente Karriere

VON MARTIN WIESER
Martin Wieser

Psychotechnik

Aus „Psychologie“ und „Technik“ sollten „praktischen Hilfsmittel“ für „wertvolle Zwecke“ hervorgehen, jenseits der reinen Forschung praktisch nutzbar machen sollten.

Gerhard Benetka

Über Hildegard Hetzer

Wenige Karrieren bezeugen so eindrucksvoll die Verschiebung der beruflichen Möglichkeitsräume, die sich durch die NS-Herrschaft eröffneten, aber auch das Schweigen, welches nach 1945 vorherrschte.

Martin Wieser

Karl & Charlotte Bühler

Das Power Couple der Psychologie des frühen 20. Jahrhunderts beeinflusste und prägte die Entwicklung des Fachs maßgeblich.

Gerhard Benetka

Die Entnazifizung der Psychologie

Für die Säuberung der Hochschulen von Nationalsozialisten gab es im befreiten Österreich keine speziellen Gesetze, denn auch für Hochschullehrer:innen galt das allgemein gültige Verbotsgesetz.

Gerhard Benetka

Entnazifizierung als fachpolitische Strategie?

Es braucht nicht weiter zu verwundern, dass Hubert Rohracher in die Maßnahmen zur Entnazifizierung an der Universität Wien eingebunden wurde: Er galt als politisch völlig unbelastet.

Gerhard Benetka & Clarissa Rudolph

Eine bedeutsame Verwechslung

Ein Kommentar zu Igor A. Carusos Tätigkeit am Spiegelgrund.

Selbst-verständlich ist
damals vieles
geschehen

Igor A. Caruso und Edeltrud Baar erstellten Am Spiegelgrund psychologische Gutachten über Kinder, die im Rahmen der so genannten Kindereut­hanasie getötet wurden. Dieser Artikel geht der Rolle dieser Gutachten und der Konsequenzennach, welche sie für die betroffenen Kinder hatten.

Gerhard Benetka &
Clarissa Rudolph
Martin Wieser

Norbert Thumb

Norbert Thumbs psychologische Karriere begann ursprünglich als Praktiker, bis er zeitweile als Leiter des psychologischen Instituts der Universität Wien fungierte.

Gerhard Benetka

Über Theodor Erismann

Während der NS-Zeit zählte Erismann zu den wenigen Hochschullehrern, die öffentlich gegen die NS-Ideologie aufzutreten wagten.

Gerhard Benetka

Entnazifizierung und verhinderte Rückkehr

Zur personellen Situation der akademischen Psychologie in Österreich nach 1945.

Martin Wieser

Psychotherapie im
Nationalsozialismus

Über das deutsche Institut für psychologische
Forschung und Psychotherapie, geleitet von Matthias Göring, Cousin Hermann Görings.

Martin Wieser

Charakterologie

Die Beschreibung und Analyse der menschlichen Persönlichkeit brachte zwei Denkstörme hervor, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Die Charakterologie und die Psychotechnik standen sich dabei diametal gegenbüber.

Martin Wieser

Die deutsche Arbeitsfront

Die Deutsche Arbeitsfront bildete mit über 20 Millionen Mitgliedern die größte aller NS-Massen-organisationen, die mit Anbeginn der NS-Herrschaft an die Stelle der zerschlagenen sozialistischen Gewerkschaften treten sollte.

Gerhard Benetka

Das Abseits,
ein sicherer Ort?

Über Gustav Ichheiser. Anmerkungen zur
Biographie eines Außenseiters.

Gerhard Benetka & Clarissa Rudolph

Smoking Gun

Am Wiener Spiegelgrund führten die Nationalsozialisten Euthanisierungen
an hunderten Kindern und Jugendlichen durch. Welche Rolle spielten Psycholog:innen wie Viktor A. Caruso und deren Gutachten in diesem ungeheuerlichen System?

Martin Wieser

Hubert Rohracher

Dass der 1903 in Osttirol geborene Hubert Rohracher mit vierzig Jahren zum Lehrstuhlinhaber des Psychologischen Instituts ernannt werden sollte, hätte er sich vermutlich selbst noch wenige Monate zuvor nicht träumen lassen.

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Fakultät für Psychologie
Adresse:
Campus Prater
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Telefon: +43 (0)1 789 40 98
E-Mail: psychologie@sfu.ac.at
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